Der Winterschnitt läutet das Weinjahr ein

Unser Weinjahr begann am ersten Wochenende im Februar mit dem Winterschnitt bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen. Unterstützt wurden wir wieder durch zahlreiche Förderinnen und Förderer, die aufmerksam und konzentriert den fachlichen Einweisungen des Teams vom Steiler Zucker folgten. Nebenbei wurde der aktuelle Stand der Mauersanierung besichtigt und so mancher konnte zum ersten Mal sehen, wie aufwendig und arbeitsintensiv die Erstellung neuer Trockenmauern ist.

Winterschnitt mit Blick auf den Max-Eyth-See
Die neuen Mauern werden besichtigt

Neuer Trockenmauern-Glanz

Wer in den letzten Wochen zufällig an unserem Weinberg Mü1 vorbeigekommen ist, wird eine Baustelle erkannt haben. Bald ist es soweit: die letzte brachliegende Fläche wird mit neuen Trockenmauern aufgebaut und für die Neupflanzung vorbereitet. Ohne unseren Grundsatz der biologischen Wirtschaftsweise aufzugeben, haben wir uns für eine konventionelle Rebsorte entschieden und werden eine neue vielversprechende Rotweinsorte anpflanzen. Mehr dazu demnächst, wenn unsere Planungen abgeschlossen sind.

Ein schwieriges Weinjahr geht zu Ende

Unsere Lese dieses Jahr spiegelte das Weinjahr wider: zwischen Kühle und hochsommerlichen Temperaturen haben wir unter tatkräftiger Mithilfe unserer Förderer die Ernte eingebracht.

Der Cabertin wurde bei hochsommerlichen Wetter gelesen. Die Zuckerwerte lagen mit 89° Öchsle nahezu im optimalen Bereich und mit einem Traubengewicht vor dem Entrappen von 340 kg lag die Erntemenge rund 10 Prozent über dem Vorjahr. Die hohen Säurewerte, die wir zum Erntezeitpunkt hatten, waren auf die lang anhaltende Kälte zurückzuführen, die wiederum den Wachstumsprozess der Reben verzögert hatte. Die rasch einsetzende Stiellähme allerdings zwang uns zu einer raschen Lese und obwohl wir gegenüber Vorjahr rund dreieinhalb Wochen später mit der Lese begonnen hatten, waren unsere Beeren nicht voll ausgereift. Deshalb haben wir uns entschieden, den Cabertin dieses Jahr als Rosé auszubauen.

Ebenso musste unser Lemberger rasch gelesen werden, da er in großem Ausmaß unter Kirschessigfliege zu leiden hatte. Entsprechend mussten wir bei der diesjährigen Lese Einbußen hinnehmen. (220 kg). Unseren Cabernet Blanc hatten wir unter schwierigsten Arbeitsbedingungen in eisiger Kälte und Regenschauern eingebracht. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, hatten wir noch mit einem Reifenschaden unseres Anhängers zu kämpfen. Knapp über 90° Oechsle konnten wir messen, eine überdurchschnittliche Reife feststellen, aber der falsche Mehltau zwang uns, vielen Beeren herauszuschneiden, um ein einwandfreies Lesegut zu bekommen. Auch deshalb lag die diesjährige Erntemenge von 550 kg unter unseren Erwartungen aber trotzdem höher gegenüber Vorjahr.

Ein Fest für unsere Förderer

Am 13. November 2021 begrüßten wir unsere Förderer im Travertinkeller des Weinguts der Stadt Stuttgart. Gerne hätten wir schon im Sommer den Austausch und das gemeinsame Plaudern über Rebe und Wein gehabt, allein Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Unter Einhaltung der verpflichtenden Corona-Regeln konnten wir rund 70 Förderer begrüßen und uns wieder – wie jedes Jahr – für die großzügige Unterstützung und tatkräftige Mithilfe bedanken.

Kommentierte Weinproben und begleitendes Essen ließen vergessen, dass wir uns im Sommer nicht sehen konnten. Umso mehr haben wir uns über die vielen Rückmeldungen zu einem gelungenen Fest gefreut.

Guten Wein zu Hause trinken

Corona hat uns fest im Griff und selbst wir bekommen die Auswirkungen zu spüren. Zum Glück betreiben wir unsere beiden Weinberge als Hobby und müssen nicht davon leben.

Aber der Anspruch, Wein nach ökologischen Grundsätzen zu produzieren, der zugleich auch das Terroir dieser einzigartigen Landschaft widerspiegelt, die Kulturlandschaft der Steillagen am Neckar zu erhalten und dabei die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren zu pflegen, erfordert neben persönlichem Einsatz auch finanzielle Mittel. Zum einen werden wir dabei von einem großen Kreis von Förderern unterstützt und zum anderen sind Veranstaltungen hierfür eine wichtige Einnahmequelle.

Stand heute werden wir in absehbarer Zeit keine Feste veranstalten, zu unsicher ist das gegenwärtige Infektionsgeschehen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und so lange Sie nichts von uns hören, besuchen Sie doch unseren Shop und genießen Sie die frisch abgefüllten Weine des Jahrgangs 2019.

Weinlese 2020 – weniger Ertrag, aber gute Qualität!

Die diesjährige Weinlese fand unter guten Bedingungen statt und wieder einmal wurden wir von Förderern tatkräftig unterstützt. Diese Hilfe können wir immer gut gebrauchen, denn in unseren Steillagen werden die Trauben ausschließlich von Hand geerntet und streng selektioniert, bevor sie in den Transportbehälter wandern.

Sieht man von der in diesem Jahr besonders häufig aufgetreten Verrieselung unserer Trauben ab, sind wir mit der Qualität des Leseguts insgesamt sehr zufrieden. Am 1. September hatten wir 300 kg unseres Cabertin eingebracht und am 13. September 460 kg vom Cabernet Blanc bzw. 380 kg Lemberger. Leider setzt sich der Trend der der geringen Erntemengen auch in 2020 fort. Mit rund 10 Prozent weniger Ertrag gegenüber Vorjahr reihen wir uns in die Gesamtsituation der württembergischen Winzer ein. Betrachtet man jedoch die Erträge der vergangenen drei Jahre, so haben wir eine Ertragsminderung zwischen 30 und 40 Prozent zu verzeichnen.

Dieses Jahr war vor allem durch regional starke Spätfröste im Mai und durch eine langanhaltende Trockenheit geprägt. Die hohen Temperaturen im September haben unsere Weinberge zwar vor größerem Pilzdruck verschont, zwangen uns aber – ebenso wie viele andere Winzer – zu einer raschen Lese, um Ertragsverluste zu vermeiden. So früh wie dieses Jahr hatten wir noch nie unsere Trauben geerntet.

Da wir für das Jahr 2021 noch keine Aktivitäten planen, die das Verkosten vor Ort ermöglichen, werden wir unsere Weine hauptsächlich über unseren Shop anbieten. Aktuell finden Sie dort den Jahrgang 2019, der sowohl beim Weißwein als auch bei den Rotweinen außergewöhnliche Qualitäten hervorgebracht hat und vor allem mit sortentypischen Aromen überzeugt.

Silbermedaille beim 10. Großen Internationalen PIWI Weinpreis 2019 für den Steilen Zucker

Unser Cabernet Blanc, Jahrgang 2019, wurde beim 10. Großen Internationalen PIWI Weinpreis 2019 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Eine Silbermedaille erhalten die Weine, „die sensorisch bemerkenswert und von ausgeprägter Inhaltsstoffigkeit sind, welche die Aufmerksamkeit eines jeden geübten Verkosters erwecken“, so die offizielle Beschreibung der Jury. Diese internationale Prämierung für PIWI Weine hat sich zu einer der wichtigsten Verkostungen der internationalen Weinszene entwickelt. Im Jahr 2019 haben 291 Weingüter aus 27 Länder mit 1.103 Weinen teilgenommen. Die Preisübergabe erfolgt am 27. November in Karslruhe.

Dr. Ursula Hudson, die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, kommentierte unsere Auszeichnung mit folgenden Worten: „Was für ein krachender Erfolg. Ich gratuliere Euch von Herzen. Wohlverdient und einfach großartig.“

Zum Schluss die schlechte Nachricht: der Wein ist leider ausverkauft. Aber der neue Jahrgang, der zurzeit noch im Stahltank zu seiner Vollendung heranreift, kommt im Mai nächsten Jahres in den Verkauf. Also vormerken.

Preisübergabe am 27.11. während der Winter-Messe in Karlsruhe. Auf dem Bild: (von links) Albert Henger, Gerhard Schiek und die Deutsche Weinkönigin Angelina Vogt.

Mehr über das erfolgreiche Abschneiden württembergischer Winzer beim Internationalen PIWI-Preis bei www.wuerttemberger-wein.de

Medaille PIWI Preis

Hoher Besuch im Weinberg

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller war am 9. September zusammen mit seiner Führungsriege, darunter Staatssekretär Dr. Andre Baumann, zu Gast in unserem Weinberg. Gerade mit der Weinlese fertig geworden, informierte das Team vom Steilen Zucker die Gäste über unsere Ziele, unsere PIWI-Weine und ihren Anbau. Abschluss und Höhepunkt war die Faßprobe unseres Cabertins (mü cab 2018) aus dem Barrique, der voraussichtlich Ende des Jahres in den Verkauf kommen wird.