Auszeichnung Kulturlandschaftspreis 2022

Der Kulturlandschaftspreis 2022, der zusammen vom Sparkassenverband Baden-Württemberg und dem Schwäbischen Heimatbund ausgelobt wird, ging in diesem Jahr an sechs Preisträger, unter anderem auch an den Steilen Zucker.  In der Begründung heißt es: Alle sechs Preisträger, vom Bottwartal über die Filder bis auf die Alb, machen mit ihrem Engagement deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den Ressourcen unserer Landschaften und deren Pflege, das Weitergeben von Wissen sowie Einblicke in ökologische Zusammenhänge überall im Land als generationsübergreifende Aufgaben erkannt werden. Wir sagen Danke. Die offizielle Preisverleihung findet Ende September in Stuttgart statt.

Besuch aus Argentinien

Preisfrage: wie lange braucht ein 7-köpfiges Team aus Argentinien um rund 200 Rebstöcke umzupropfen?*.

Etwas hektische Tage liegen hinter uns, denn diese Aktion musste gut vorbereitet werden und bedurfte einiger Abstimmung hinsichtlich Terminfindung. Im noch winterlichen Frühjahr hatten wir die Edelreiser geschnitten, die für das Umpfropfen gebraucht wurden. Die spannende Frage war also, ob sie die lange Lagerzeit gut überstanden hatten und verwendet werden konnten.

Das Ergebnis kann man auf den Bildern sehen: die untere Ebene in Mü 1 ist jetzt mit Cabernet Blanc bestockt und wir drücken uns die Daumen, dass die Edelreiser gut angehen werden. Im nächsten Jahr werden wir in den Terrassen eine weitere Umpfropfaktion durchführen und dann eine rote Rebsorte wählen, die dem immer wärmer werdenden Klima besser standhält.

In den nächsten Wochen werden wir uns um die umgepfropften Stöcke intensiv kümmern müssen: Blattpflege und Bewässerung werden die wichtigsten Arbeiten im Weinberg sein. Übrigens: Wir sind zusammen mit dem Weingut der Stadt Stuttgart mit dieser Aktion Piloten in Stuttgart.

Die Edelreiser werden vorbereitet

*Auflösung: Die Aktion hat ca. 30 Minuten gedauert. Pro Rebstock hat das Team etwa 15 bis 20 Sekunden gebraucht.

Die untere Ebene in Mü 1 ist mit Cabernet Blanc umgepfropft worden.

Es tropft im Weinberg

Jeder kennt es aus dem eigenen Garten: Neupflanzungen benötigen besondere Pflege und vor allem viel Wasser. Das ist bei Reben nicht anders und würde in unseren Terrassen Schwerstarbeit bedeuten, wollte man den Wasserbedarf von Neupflanzungen per Hand und mit Eimer bewerkstelligen.

Deshalb haben wir im Rahmen unserer geplanten Aktion Umpfropfen bestehender Reben und der Bepflanzung unserer neuen Terrassen in unserem Weinberg Mü 1 eine Tröpfchenbewässerung installiert und nun erfolgreich getestet.

Der Winterschnitt läutet das Weinjahr ein

Unser Weinjahr begann am ersten Wochenende im Februar mit dem Winterschnitt bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen. Unterstützt wurden wir wieder durch zahlreiche Förderinnen und Förderer, die aufmerksam und konzentriert den fachlichen Einweisungen des Teams vom Steiler Zucker folgten. Nebenbei wurde der aktuelle Stand der Mauersanierung besichtigt und so mancher konnte zum ersten Mal sehen, wie aufwendig und arbeitsintensiv die Erstellung neuer Trockenmauern ist.

Winterschnitt mit Blick auf den Max-Eyth-See
Die neuen Mauern werden besichtigt

Neuer Trockenmauern-Glanz

Wer in den letzten Wochen zufällig an unserem Weinberg Mü1 vorbeigekommen ist, wird eine Baustelle erkannt haben. Bald ist es soweit: die letzte brachliegende Fläche wird mit neuen Trockenmauern aufgebaut und für die Neupflanzung vorbereitet. Ohne unseren Grundsatz der biologischen Wirtschaftsweise aufzugeben, haben wir uns für eine konventionelle Rebsorte entschieden und werden eine neue vielversprechende Rotweinsorte anpflanzen. Mehr dazu demnächst, wenn unsere Planungen abgeschlossen sind.

Ein schwieriges Weinjahr geht zu Ende

Unsere Lese dieses Jahr spiegelte das Weinjahr wider: zwischen Kühle und hochsommerlichen Temperaturen haben wir unter tatkräftiger Mithilfe unserer Förderer die Ernte eingebracht.

Der Cabertin wurde bei hochsommerlichen Wetter gelesen. Die Zuckerwerte lagen mit 89° Öchsle nahezu im optimalen Bereich und mit einem Traubengewicht vor dem Entrappen von 340 kg lag die Erntemenge rund 10 Prozent über dem Vorjahr. Die hohen Säurewerte, die wir zum Erntezeitpunkt hatten, waren auf die lang anhaltende Kälte zurückzuführen, die wiederum den Wachstumsprozess der Reben verzögert hatte. Die rasch einsetzende Stiellähme allerdings zwang uns zu einer raschen Lese und obwohl wir gegenüber Vorjahr rund dreieinhalb Wochen später mit der Lese begonnen hatten, waren unsere Beeren nicht voll ausgereift. Deshalb haben wir uns entschieden, den Cabertin dieses Jahr als Rosé auszubauen.

Ebenso musste unser Lemberger rasch gelesen werden, da er in großem Ausmaß unter Kirschessigfliege zu leiden hatte. Entsprechend mussten wir bei der diesjährigen Lese Einbußen hinnehmen. (220 kg). Unseren Cabernet Blanc hatten wir unter schwierigsten Arbeitsbedingungen in eisiger Kälte und Regenschauern eingebracht. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, hatten wir noch mit einem Reifenschaden unseres Anhängers zu kämpfen. Knapp über 90° Oechsle konnten wir messen, eine überdurchschnittliche Reife feststellen, aber der falsche Mehltau zwang uns, vielen Beeren herauszuschneiden, um ein einwandfreies Lesegut zu bekommen. Auch deshalb lag die diesjährige Erntemenge von 550 kg unter unseren Erwartungen aber trotzdem höher gegenüber Vorjahr.

Ein Fest für unsere Förderer

Am 13. November 2021 begrüßten wir unsere Förderer im Travertinkeller des Weinguts der Stadt Stuttgart. Gerne hätten wir schon im Sommer den Austausch und das gemeinsame Plaudern über Rebe und Wein gehabt, allein Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Unter Einhaltung der verpflichtenden Corona-Regeln konnten wir rund 70 Förderer begrüßen und uns wieder – wie jedes Jahr – für die großzügige Unterstützung und tatkräftige Mithilfe bedanken.

Kommentierte Weinproben und begleitendes Essen ließen vergessen, dass wir uns im Sommer nicht sehen konnten. Umso mehr haben wir uns über die vielen Rückmeldungen zu einem gelungenen Fest gefreut.

Guten Wein zu Hause trinken

Corona hat uns fest im Griff und selbst wir bekommen die Auswirkungen zu spüren. Zum Glück betreiben wir unsere beiden Weinberge als Hobby und müssen nicht davon leben.

Aber der Anspruch, Wein nach ökologischen Grundsätzen zu produzieren, der zugleich auch das Terroir dieser einzigartigen Landschaft widerspiegelt, die Kulturlandschaft der Steillagen am Neckar zu erhalten und dabei die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren zu pflegen, erfordert neben persönlichem Einsatz auch finanzielle Mittel. Zum einen werden wir dabei von einem großen Kreis von Förderern unterstützt und zum anderen sind Veranstaltungen hierfür eine wichtige Einnahmequelle.

Stand heute werden wir in absehbarer Zeit keine Feste veranstalten, zu unsicher ist das gegenwärtige Infektionsgeschehen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und so lange Sie nichts von uns hören, besuchen Sie doch unseren Shop und genießen Sie die frisch abgefüllten Weine des Jahrgangs 2019.